Der Ursprung des Salzes

Pangäa – der Urkontinent

Unserer Erde besteht bekanntlich aus fünf Kontinenten. Doch diese Kontinente befanden sich nicht immer dort, wo sie heute liegen. Vor etwa 250 Millionen Jahren existierten die heutigen Kontinente noch nicht, sondern die hauptsächliche Landmasse bildete einen riesigen zusammenhängenden Kontinent, Pangäa genannt. Dieser griechische Ausdruck heißt soviel wie : alle Länder zusammen. Vor 250 Millionen Jahren zeigte unsere Erde folgendes Bild: auf der einen Seite der Riesenkontinent Pangäa, gegenüber der weitaus größere Ozean. Die Erdkruste unter dem Ozean isolierte die Wärme des Erdmantels weit weniger als die dicke Kruste des Kontinents. Die Folge: unter Pangäa staute sich die Wärme. Tief im Erdmantel kamen Wärmeströme in Bewegung, die solange heißes Mantelmaterial gegen die Erdkruste drückten, bis sie sich stellenweise nach oben wölbte und an manchen Stellen schließlich sogar riss. Dies war die Geburtstunde der meisten Salzlagerstätten dieser Erde.

Die Barrentheorie

Die so entstanden Landanhebungen schnitten Flachmeere und Lagunen vom Zufluss der Urmeere ab und das darin befindliche Wasser wurde von der Sonne eingedampft. Der schwedische Geologe Carl Ochsenius entwickelte 1877 die inzwischen als „Barrentheorie“ bekannt gewordene Entwicklungsgeschichte von Salzlagerstätten. Durch Hebung oder Senkung seichten Meeresbodens entstand eine Barriere, eine Barre (Untiefe), die einen Teil des Ozeans in Festlandnähe vom übrigen Meer abtrennte. In diesem abgetrennten Becken verdunstete mehr Wasser als nachfließen konnte, so dass die Salze schließlich auskristallisierten. Da die verschiedenen Salzmineralien sich unterschiedlich gut in Wasser lösen, fallen sie auch zu unterschiedlichen Zeiten aus. Zuerst setzen sich schwerlösliche Karbone wie Kalk ab, gefolgt von Gestein wie Gips und Anhydrit. Erst dann trennt sich Steinsalz (in der Mineralogie wird nicht zwischen Steinsalz, Kristallsalz und Halit unterschieden) ab und zum Schluss leicht lösliche Kalisalze. Nach dem gleichen Prinzip bilden sich auch heute noch Salzlagerstätten wie zum Beispiel in den Salzseen in Utah und Kalifornien oder im Toten Meer. In allen Fällen handelt es sich um zu- und abflusslose, abgetrennte Meere oder Salzseen in einem trockenen Wüstenklima.

Das neu gebildete Salzsediment der Urmeere blieb zunächst lose in Form von kleinen Körnern liegen und wuchs zum Teil zu erheblichen Schichtstärken. Nach und nach wurden die eingetrockneten Salzseen durch den Einfluss von Wind und Wetter mit Staub und Erde bedeckt.

Kontinente und Gebirge entstehen

Nun wissen wir, wie Salzlagerstätten entstanden sind. All dies erklärt jedoch noch nicht, wie das Salz tief unter die Erde oder hoch in die Berge gekommen ist. Hierzu müssen wir nochmals einen Exkurs zurück in das Erdzeitalter unternehmen. Die Wärmeströme unter der Erdkruste waren so mächtig, dass der Urkontinent Pangäa zerbrach. Die Spalten wurden breiter und breiter bis Meerwasser in die auseinander driftenden Spalten drang. Die getrennten Kontinente begannen sich auf den zähflüssigen tiefen Erdschichten gegeneinander zu verschieben. Durch die allmähliche Verschiebung der Erdplatten kam es zu Auffaltungen der Erdoberfläche – Berge entstanden. Das frühere Europa auf Pangäa lag im Vergleich zur heutigen Lokalisation um 30 bis 40 Breitengrade nach Süden verschoben in der Nähe des Äquators.

Die Kontinentalplatten drückten an einigen Stellen so stark gegeneinander, dass sich dort hohe Gebirge auffalteten. Auf diese Weise sind die Anden in Südamerika und auch der Himalaja entstanden. Indien liegt heute auf der Nordhalbkugel unsers Planeten, vor 250 Millionen Jahren befand es sich weit südlich vom Äquator.  Vor 180 Millionen Jahren hat die Trift begonnen, bis vor 50 Millionen Jahre Indien mit der Eurasischen Platte kollidierte. Die Ozeanische Kruste der Indischen Platte schob sich unter die kontinentale Kruste der Eurasischen Platte. Dabei wurden Teile der Ozeanischen und Eurasischen Kruste gestaucht, übereinander gefaltet und solange gehoben, bis ein Gebirgsmassiv von fast 9000 Meter Höhe  – der Himalaja – entstand. Die imposanten Berge des Himalaja waren einst Meeresboden. Fossilienfunde zeugen noch heute davon.

So kam das Salz in die Berge

Durch diese enormen Verschiebungen der Erdkruste gelangten die Salzablagerungen an manchen Stellen tief unter die Erdoberfläche, aber auch in die Berge. Je nach Lage der Salzlagerstätten wurde das Salz zum Teil hohen Druckverhältnissen ausgesetzt und konnte sich so verdichten. Diese Druckverhältnisse und die Reinheit sind es, die die unterschiedlichen Qualitäten von Salz entstehen lassen. Vom Steinsalz über Kristallsalz bis zu seiner höchsten Vollendung, dem reinen Halit.