Gesund durch die kalte Jahreszeit, Teil 1

Kälte schwächt unseren Abwehrmechanismus und Bewegungsmangel lässt unseren Körper zusätzlich verschlacken. Doch es gibt einfache Mittel, um die kalte Jahreszeit gesund zu überstehen. Wer sich gegen Krankheiten wappnen will, muss die körpereigenen Abwehrkräfte stärken. Hier unsere Tipps für ein gestärktes Immunsystem:

Richtige Kleidung

Es klingt banal, kann aber bei Missachtung fatale Folgen haben. Achten Sie daher auf festes Schuhwerk und schützen Sie auch Ihre Hände und Ohren vor der Kälte. Besonders nasskalte Witterung kühlt den Körper aus. Wenn es draußen windig, regnerisch und kalt wird, trifft es zuerst Füße und Hände. Grund dafür ist eine Verengung der Hautgefäße, um das Auskühlen des Körperinneren zu verhindern. Mit dieser Maßnahme versucht der Organismus lebenswichtige Organe zu schützen. Durch das Sinken der Hauttemperatur lässt jedoch die Aktivität des Immunsystems nach und das Infektionsrisiko steigt um bis zu 90 Prozent. Eine besonders wichtige Rolle spielt dabei die Temperatur der Füße. Kalte Füße steigern das Erkältungsrisiko um 80 Prozent, wie eine Studie der Harvard-Universität ergab. Wer im Herbst feste Schuhe und Wollsocken statt Baumwollsocken trägt, reduziert deshalb sein Infektrisiko deutlich.

Und bei kalten Händen sieht es nicht viel anders aus. 15 Minuten ohne Handschuhe bei Temperaturen unter Null Grad steigern das Erkältungsrisiko um bis zu 60 Prozent. Die Wissenschaftler der Harvard-Universität waren selbst überrascht, als sie entdeckten, dass bereits ein Grad Wärmeverlust in den Händen das Risiko, an einer Erkältung zu erkranken, um zehn Prozent erhöht. Für die Untersuchungen hatten die Mediziner mit Hilfe eines Thermografiegerätes die Hauttemperatur gemessen und sie dann mit der Anfälligkeit der Studienteilnehmer für Husten, Schnupfen und Heiserkeit verglichen.

Ebenso wichtig wie feste Schuhe und Handschuhe: die Kopfbedeckung. Wer ohne Mütze, Stirnband oder Hut bei Kälte das Haus verlässt, erhöht nicht nur sein Erkältungsrisiko, sondern bekommt auch noch schneller Kopfschmerzen, wie die Deutsche Gesellschaft für Migräne und Kopfschmerz warnt.

Überwärmungsbäder

Sie frösteln, sind den ganzen Tag nicht richtig warm geworden, haben kalte Füße, kalte Hände? Dann kann Ihnen ein heißes Überwärmungsbad helfen, eine drohende Erkältung zu vermeiden. Hierzu lösen Sie ein bis zwei Kilogramm Kristallsalz im Badewasser auf, das Sie so heiß einfließen lassen, dass Sie es gerade noch als angenehm empfinden. Haben Sie Probleme mit dem Kreislauf, sollten Sie unbedingt darauf achten, dass eine weitere Person anwesend ist, die nach Ihnen sehen kann. Wenn Sie in der Wanne liegen, lassen Sie immer wieder heißes Wasser nachlaufen. Die Badezeit sollte ungefähr 30 Minuten betragen. Mit dieser Prozedur erhöhen Sie die Kerntemperatur Ihre Körpers – erzeugen sozusagen künstlich Fieber – und vernichten somit Erkältungskeime. Viren und Bakterien sind nämlich außerordentlich temperaturempfindlich und haben so keine Chance sich zu vermehren.

Achtung: Das Überwärmungsbad nicht bei hohem Fieber und Herzerkrankungen durchführen!

Sauna

Wer regelmäßig in die Sauna geht, kann sein Erkältungsrisiko praktisch auf null reduzieren. Der schnelle Wechsel von Aufwärmung und Abkühlung trainiert das Immunsystem und macht stark gegen Infektionen. Durch das Schwitzen werden Giftstoffe aus dem Körper geschwemmt und die Haut bis in die Poren gereinigt. So machen Sie es richtig:

  • Ältere Menschen sollten vor dem Besuch der Sauna ihren Hausarzt fragen, weil die große Hitze auch eine Belastung für Herz und Kreislauf sein kann.
  • Verzichten Sie vor und nach der Sauna auf Nikotin, Alkohol und Kaffee.
  • Saunabaden verträgt sich nicht mit einem vollen Magen, aber hungrig sollten Sie auch nicht sein. Eine leichte Mahlzeit etwa eine Stunde vor dem Saunagang ist daher empfehlenswert.
  • Vor der Sauna duschen und gut abtrocknen, denn trockene Haut schwitz schneller. Ein warmes Fußbad vor der Sauna fördert das Schwitzen zusätzlich.
  • Der Aufenthalt in der Sauna sollte kurz aber intensiv sein. Deshalb schwitzen Sie am besten auf der mittleren oder oberen Bank. Acht bis fünfzehn Minuten reichen völlig.
  • Beim Saunabaden sollten Sie immer auf das persönliche Wohlbefinden achten. Nicht vorgegebene Zeiten, sondern das individuelle Gefühl ist entscheidend. Deshalb rechtzeitig die Sauna verlassen, wenn Sie sich unwohl fühlen.
  • Die letzten zwei Minuten sollten Sie sich aufsetzen, um den Kreislauf an die aufrechte Haltung zu gewöhnen.
  • Nach Verlassen der Saunakabine nicht sofort unter die Dusche oder ins Tauchbecken gehen, sondern erst an der frischen Luft auskühlen, um den Kreislauf nicht zu überfordern.
  • Um den Saunabesuch richtig genießen zu können sollten Sie genügend Zeit für Ruhephasen mitbringen.
  • Zwei bis drei Saunagänge reichen aus. Weitere Saunagänge erhöhen die Wirkung nicht.
  • Auf sportliche Betätigungen nach der Sauna sollten Sie besser verzichten. Sonst kann es zu ungünstigen Kreislaufreaktionen kommen.
  • Um die Flüssigkeitsverluste auszugleichen und den Körper ausrechend mit Mineralstoffen zu versorgen, die ebenfalls mit dem Schweiß verloren gehen, sollten Sie vor und nach der Sauna reichlich trinken.
  • Geeignete Getränke sind Quellwasser mit einem Teelöffel Kristallsalzsole und frisch gepresste Obst- und Gemüsesäfte.

Gönnen Sie sich nach der Sauna ein Salzpeeling. Ihre Haut wird es Ihnen danken!

Weitere praktische Tipps wie Sie gesund durch den Winter kommen, erfahren Sie in Teil 2.