Neurodermitis - Wenn die Haut verrückt spielt, Teil 1

Neurodermitis

Gerade im Winter verzeichnen Hautärzte einen rapiden Anstieg von Neurodermitis geplagten Patienten in ihren Praxen, denn trockene Heizungsluft, Kälte und Wintersmog strapaziert die Haut zusätzlich.

Ursachen der Allergieentstehung
Fest steht, dass es für die Allergieentstehung eine erblichen Veranlagung gibt, daneben wird aber die Summe der Störfaktoren dafür verantwortlich gemacht, mit denen unser Körper offensichtlich nicht mehr fertig wird – Umweltverschmutzung, übertriebene Hygiene bei Kleinkindern und immer mehr Zusatzstoffe in unseren Speisen. Allen Fällen von allergischen Erkrankungen liegen Störungen des Immunsystems zu Grunde.

Umweltfaktoren
Lange von Wissenschaftlern bestritten, kann heute die Umweltverschmutzung als einer der Gründe für die vermehrte Allergieentstehung nicht mehr wegdiskutiert werden. Besonders die Auswirkung von Nikotin ist gut untersucht. Studien belegen eindeutig, dass Kinder von rauchenden Eltern ein höheres Allergierisiko haben als jene von Nichtrauchern. Erhöhte radioaktive Strahlung, Strahlensmog durch Mobiltelefone, Radio und Fernsehen und die vermehrte Nutzung der Computertechnologie müssen über eine Schädigung des Immunsystems ebenfalls als Auslöser von Allergie in Betracht gezogen werden.
Eine unbestrittene Ursache bei der Entstehung von Allergien ist aber auch der gestiegene Stressfaktor vieler Menschen. Jede seelische Belastung, sei es Streit mit dem Partner, Arbeitslosigkeit, eine Trennung aber auch die Geburt eines Geschwisterchens können bei bestehender erblicher Veranlagung die Krankheit auslösen oder einen Schub verursachen.

Allergie auslösende Stoffe
Generell kann der Körper auf fast jede Substanz eine Allergie entwickeln. Bei der Neurodermitis spielen insbesondere Lebensmittel, Lebensmittelzusatzstoffe, Tierhaare, Hausstaubmilben und nicht zuletzt Darmpilze eine Rolle. Die wichtigsten Allergieauslöser sind jedoch Lebensmittel, die wir hier etwas näher betrachten wollen. Wir folgen der Einteilung zwischen zentralen und akuten Lebensmittelallergenen, die von Doktor Peter Schumacher, Kinderarzt in Innsbruck vorgenommen wurde, der sein Leben der Bekämpfung der kindlichen Neurodermitis verschrieben hat und mit großem Erfolg seine kleinen Patienten von ihren Leiden heilen konnte.

Zentrale Allergene
Demnach zählen zu den zentralen Allergenen Kuhmilch und Weizen, seltener Hühnerei. Es sind also gerade unsere Hauptnahrungsmittel, die als wichtigste Auslöser von Allergien gelten. Diese Tatsache ist besonders bedeutungsvoll, nachdem praktisch jeder Säugling, früher oder später mit Kuhmilch gefüttert wird. Der kindliche Organismus ist jedoch nicht in der Lage, Kuhmilch aufzuspalten. Man vermutet, dass sich daraus über die Jahrtausende lange Verfütterung von Kuhmilch bei Säuglingen ein erblicher Faktor, eine Art „Kuhmilchallergie“ entwickeln konnte, denn selbst Säuglinge, die ausschließlich gestillt werden und noch niemals mit Kuhmilch direkt in Berührung gekommen sind, können allergische Reaktionen zeigen, wenn die Mutter Kuhmilchprodukte zu sich nimmt. Deshalb der dringende Rat an alle Mütter: Stillen Sie Ihr Kind solange wie möglich, mindestens aber sechs Monate, bis der Säugling auch feste Nahrung zu sich nehmen kann. Während im Säuglingsalter die Kuhmilchallergie im Vordergrund steht, tritt die Weizenallergie erst ab dem ersten Lebensjahr auf. Nachdem es sich bei beiden Lebensmitteln um Grundnahrungsmittel handelt, die mehr oder weniger täglich gegessen werden, sind durch den häufigen Kontakt damit, die Erscheinungen „maskiert“. Das heißt, es kann kein direkter Bezug zwischen Symptom und Allergen hergestellt werden. Dies macht es für den Patienten äußerst schwierig, sein zentrales Allergen selbst herauszufinden. Lässt man das zentrale Allergen jedoch drei bis vier Tage völlig weg, hält also Karenz, so kann nach dieser Demaskierung bei erneutem Genuss eine akute allergische Reaktion ausgelöst werden.

Akute Allergene
Im Gegensatz dazu können die akuten Allergene wie Erdbeeren oder Nüsse, deren Verzehr unmittelbar danach  zu allergischen Reaktionen führt, schnell identifiziert werden. Akute Lebensmittelallergien können auf alle Nahrungsmittel entwickelt werden. Es bestehen jedoch große Unterschiede in der Allergiepotenz. Die „Hitliste“ bei Kindern wird angeführt von Haselnüssen, Zitrusfrüchten, Kiwis, Zwiebeln, Senf, Hühnerei und Ketchup. Bei Erwachsenen ist zusätzlich der Genuss von Fisch und Schalentieren häufiger Allergieauslöser.

Allergiediagnostik
Entscheidend für eine wirkungsvolle Allergietherapie ist die genaue Diagnose. Dabei kommt der Anamnese oder Krankengeschichte eine besondere Bedeutung zu. Je gründlicher diese recherchiert wird, desto exakter kann die Therapie erfolgen und umso besser sind die Heilungschancen. Zusätzliche wertvolle Hinweise für die Diagnose liefern dem Arzt Beobachtungen des Patienten wo, wann und unter welchen Umständen sich das Krankheitsbild ausgeprägt oder verschlechtert hat. So erhält man beispielsweise durch die Lokalisation der Ekzeme erste Anhaltspunkte auf das zentrale Allergen. Neurodermitis auf dem Boeden einer „Kuhmilchallergie“ beginnt in der Regel in den ersten Lebensmonaten und äußert sich häufig zuerst am Kopf als so genannter Milchschorf und dann im Gesicht, speziell auf den Wangen, unter Aussparung der Augen- und Mundpartie, später in den Knie- und Ellenbeugen. In schweren Fällen kann sich das Ekzem am ganzen Körper ausbreiten. Neurodermitis mit dem Basisallergen Weizen setzt dagegen meist erst im zweiten Lebensjahr ein. Befallen ist hauptsächlich die untere Streckseite der Arme und der Handrücken. Im Gesicht ist die Haut um die Augen und um den Mund betroffen.
Neben den schulmedizinischen Testverfahren – Hauttest und Blutuntersuchungen – stehen naturheilkundliche Untersuchungs-methoden, die auf biophysikalischer Ebene ablaufen, zur Verfügung. Hierzu zählen zum Beispiel die Elektroakupunktur nach Dr. Voll oder der kinesiologische Muskeltest. Die Vorteile dieser Testverfahren liegen in der Schmerzfreiheit, der Unbedenklichkeit und der Anwendbarkeit selbst bei Säuglingen. Besonders die Elektroakupunktur liefert in der Hand eines erfahrenen Experten schnelle, zuverlässige Ergebnisse, besonders bei der Entlarvung der so wichtigen zentralen, maskierten Allergene.