Neurodermitis-Wenn die Haut verrückt spielt, Teil 3

Eine finnische Studie aus dem Jahre 2001 belegt die Wichtigkeit einer intakten Darmflora im Kampf gegen Allergien. Die Einnahme von Milchsäurebakterien für den Aufbau einer gesunden Darmflora hat die Neurodermitis-Erkrankungsrate bei Säuglingen mit hohem Allergierisiko (Vater und Mutter Allergiker) um die Hälfte reduziert.
Bei Pilzbefall ist zusätzlich die Einnahme eines Nystatin- oder Mhyrre-Präparates empfehlenswert. Besonders bei Kindern, aber auch bei Erwachsenen hat sich in hartnäckigen Fällen von Darmpilzbefall die Ozoninsufflation bewährt. Hierbei wird durch einen dünnen Katheter über den After Ozon direkt in den Darm geleitet. Das dreiatomige Sauerstoffmolekül Ozon wird dort in Sauerstoff und ein freies Radikal umgewandelt. Was für den Menschen lebensnotwendig ist, ist für Hefepilze tödlich: Die Darmschmarotzer sterben durch den Sauerstoff ab, gleichzeitig wird das Immunsystem stimuliert. Die Ozonbehandlung erfolgt zweimal pro Woche, insgesamt sechsmal, mit abnehmender Konzentration.

Allergenkarenz
Wenn die Informationslöschung des Allergens mit der Bioresonanztherapie erfolgreich sein soll, ist es notwendig eine strikte Karenz des zentralen Allergens – Kuhmilch und/oder Weizen – einzuhalten. Diese müssen nicht nur gänzlich vom Speiseplan gestrichen, sondern für eine bestimmte Zeit vollständig aus dem Umfeld des Patienten verbannt werden. Bei Kuhmilchallergie ist selbst der Milchdampf zu meiden und Weizenallergiker machen am besten einen weiten Bogen um Bäckereien. Ist eine Kuhmilchallergie bei einem Säugling bereits ausgebrochen, sollten stillende Mütter völlig auf den Genuss von Kuhmilchprodukten verzichten. Die Allergenkarenz muss so lange eingehalten werden, bis sich das Hautbild merklich verbessert. Erst dann kann in einem zweiten Schritt die »Informationslöschung« des Allergens mit der Bioresonanz-Therapie erfolgen.

Bioresonanz-Therapie
An die erfolgreiche Nahrungsmittelkarenz schließt sich als zweiter Schritt die Bioresonanz-Therapie an. Unter der von dem Arzt Franz Morell 1977 eingeführten Methode versteht man eine Schwingungstherapie, die mit körpereigenen und fremden Schwingungen (Frequenzen) im biophysikalischen Bereich arbeitet. Diese Signale werden mit Hilfe eines speziellen Geräts aufgenommen und dem Körper in veränderter Form wieder zugeführt. Therapieprinzip ist dabei das Resonanzphänomen: Treffen zwei spiegelbildliche Schwingungen aufeinander, werden diese neutralisiert. Das Allergen verliert dadurch seine krankmachende Wirkung, bis diese letztendlich »gelöscht« ist. Für die Praxis bedeutet das, dass etwa ein Kuhmilchallergiker nach erfolgreicher Bioresonanz-Therapie wieder Kuhmilchprodukte essen kann, ohne allergisch zu reagieren. Das Verfahren ist absolut frei von Nebenwirkungen und selbst bei Säuglingen anwendbar.

Immunmodulation mit Eigenblut-/Eigenurintherapie
Für die Behandlung einer Neurodermitis hat sich besonders die Gegensensibilisierungsmethode nach Prof. Theurer bewährt. Im akuten Stadium wird dem Patienten Blut oder Urin abgenommen, weil in dieser Situation besonders viele Antikörper vorhanden sind und daraus homöopathisch aufbereitete Tröpfchen hergestellt. Diese müssen dann ein Jahr lang nach einem festgelegten Schema eingenommen werden. Die Methode hat einen ausgezeichneten immunmodulierenden Effekt und eignet sich für Kinder besonders mit der Urin-Variante, da nicht schmerzhaft Blut abgenommen werden muss. Bei Erwachsenen kann auch die klassische Eigenblut- oder Eigenurin-Therapie in Form von Injektionen durchgeführt werden.

Unterstützende therapeutische Maßnahmen
Akupunktur, Homöopathie oder Schüssler Salze können begleitend eingesetzt werden. Auch Klimakuren beeinflussen eine Neurodermitis positiv. Allein schon die Umgebungsveränderung mildert oftmals die akuten Symptome. Besonders gut sind Aufenthalte am Meer, da sowohl Baden im Salzwasser als auch die Sonneneinstrahlung eine heilende Wirkung ausüben. Eine psychotherapeutische Betreuung und Aufarbeitung ungelöster Probleme kann etwaige Therapieblockaden lösen und somit entscheidend für den gesamten Behandlungserfolg sein.

Hautpflege
Die Haut des Neurodermitikers ist extrem rau, trocken und spröde. Sie muss daher regelmäßig, am besten zweimal am Tag, gefettet werden. Bei der Pflege kommen Fettsalben, Cremes oder Lotionen zum Einsatz, die je nach Lokalisation der Ekzeme und Jahreszeit ausgewählt werden. Um den quälenden Juckreiz zu mildern, sollte die Haut zusätzlich gut feucht gehalten werden.
Eine Wohltat für die strapazierte Haut ist ein Kristallsalzbad. Besonders zur Linderung des Juckreizes hat es sich bewährt. Das Salz wird in die Haut aufgenommen und bindet dort die Feuchtigkeit. Die Konzentration ist abhängig vom Hautzustand, sollte jedoch mindestens ein Prozent betragen, das bedeutet ein Kilogramm Salz auf eine Badewannenfüllung mit Hundert Litern. In eine Kinderbadewanne passen etwa 20 bis 30 Liter. In diesen Fällen fügen sie 200 bis 300 Gramm Salz hinzu. Liegen keine offenen Hautstellen vor, kann die Salzkonzentration des Badewassers bis auf drei Prozent erhöht werden. Beachten Sie: Die Wassertemperatur darf nicht zu heiß sein, die Badedauer nicht mehr als 15 bis 20 Minuten betragen. Generell sollten Sie nur in Salzwasser baden, um eine zusätzliche Austrocknung der Haut zu vermeiden. Und vergessen Sie niemals das Eincremen nach dem Duschen oder Baden! Besonders bewährt haben sich parfumfreie Cremes mit Nachtkerzenöl.

Kleidung
Wolle und synthetische Materialien dürfen nie direkt auf der Haut getragen werden. Am verträglichsten sind Baumwolle und fein gewebtes Leinen. Neu gekaufte Kleidungsstücke, die mit der Haut in Kontakt kommen, sollten vor dem ersten Tragen immer gewaschen werden, um Farb- und Imprägnierungsrückstände zu entfernen. Verwenden Sie keinen Weichspüler, geben Sie statt dessen einen Schuss Essig ins letzte Spülwasser. Die Kleidung sollte weit getragen werden, um Hitzestaus vorzubeugen.

Bettzeug
Rosshaarmatratzen, Daunenkissen und -decken bieten der Hausstaubmilbe paradiesische Lebensräume. Übrigens: Auch die Federn selbst können Allergieauslöser sein. Tauschen Sie Ihr herkömmliches Federbettzeug daher möglichst gegen spezielle Allergikerbetten ein (in guten Fachgeschäften erhältlich).

Tiere
Prinzipiell sollte man mit der Anschaffung von Tieren bei familiärer Allergiebelastung vorsichtig sein, am besten man vermeidet Haustierhaltung ganz. Mit der Bioresonanz-Therapie kann der Versuch unternommen werden, die Allergiebereitschaft gegen die Tierhaare zu löschen. Während der Therapie ist in jedem Fall die Nähe zum Haustier zu meiden. Auch anschließend sollte ein direkter Kontakt (Schmusen mit Katze oder Hund) eingeschränkt werden. Erst wenn die Allergenlöschung nicht möglich ist, muss — so schmerzlich es ist — für das Tier ein neues Zuhause gesucht werden.

Wohnung
Teppiche aus Tierhaaren sollten aus Allergiker-Wohnungen weggeräumt werden. Beherzigen Sie beim Möbelkauf: Je weniger behandelt die Möbel sind, desto besser. Typische Wohngifte wie Formaldehyd in Möbeln, Spanplatten und verklebten Teppichböden oder Lösungsmittel in Holzschutzmitteln tragen oftmals zum Ausbruch einer Neurodermitis mit bei. Auch Zigarettenqualm ist eine bedeutende Schadstoffquelle in Wohnräumen. Rauchen – sowohl passiv als aktiv — sollte daher unbedingt vermieden werden.