Odeln was das Zeug hält...

Selbst vor Gär-Resten aus Biogas-Anlagen machen die Bauern nicht halt, bereits ein Viertel des Trinkwasser-Reservoirs ist deutlich höher nitratbelastet als erlaubt.
"Wir machen uns große Sorgen um die künftige Qualität des Wassers" sagt Karsten Specht, Chef des Oldenburg-Ostfriesischen Wasserverbandes.

Der Grenzwert wird vielerorts überschritten


50 Milligramm Nitrat pro Liter sind vom Gesetzgeber erlaubt. In vielen Messstellen wurde im vergangen Jahr eine Belastung von 93 Milligramm pro Liter festgestellt, also fast doppelt so hoch wie der Grenzwert.
Nitrat ist kein tödliches Gift. Es kann bei Säuglingen jedoch den Sauerstofftransport einschränken und im menschlichen Magen unter Umständen in Nitrosamine umgewandelt werden , die krebserregend sein können.

Wieso steigt die Nitrat-Belastung stetig?


In den großen Tiermastbetrieben mit ihren gigantischen Ställen fallen jährlich Millionen Tonnen an Gülle und Kot an. Diese stinkenden, stickstoffreichen "Nährstoffe" landen auf den Feldern. Ohne Rücksicht auf Verluste wird sehr viel mehr auf die Äcker gekippt, als die Pflanzen aufnehmen können. Die Folge: Der überschüssige Stickstoff wird in Nitrat umgewandelt und sickert um Laufe von fünf bis 30 Jahren in die Schichten, aus denen das Trinkwasser gepumpt wird.
Hinzu kommen die Gär-Reste der Biogasanlagen. In Deutschland gibt es mittlerweile über 8.000 Anlagen in den Mais oder Gülle vergoren wird. Die entstehenden Gär-Reste sind auch voller Stickstoff und landen ebenfalls in riesigen Mengen auf den Äckern.
"Man kann Gär-Reste ausbringen, soviel man will" sagt Wassermanager Karsten Specht und Rüdiger Wolter vom Bundesamt bestätigt, dass es gar nicht mehr ums düngen geht, sondern einfach den Abfall los zu werden.

Warum tut der Gesetzgeber nichts?


Die EU-Kommission in Brüssel hat nun ein Verfahren eröffnet, weil Deutschland sein Nitrat-Problem nicht in den Griff bekommt. Das Landwirtschaftsministerium im Berlin müsste die Düngeverordnung dringend neu erlassen, kann sich aber gegen die starke Lobby des Bauernverbandes nicht durchsetzen, entscheidende Neuerungen werden immer wieder blockiert.