Salz - Was neue Studien belegen

Salz und Bluthochdruck

In einer aktuellen Studie kommen belgische Forscher zum dem Ergebnis, dass bei höherem Salzkonsum nicht automatisch der Bluthochdruck steigt. Was noch mehr überrascht: Menschen die viel Salz zu sich nehmen, sterben sogar seltener an Herzkrankheiten als jene, die weniger Salz konsumieren.

Dieses Ergebnis wird auch von einer internationalen Studie mit 10 000 Probanden bestätigt: Das Reduzieren des Salzkonsums bedeutet nicht generell, einer Herz-Kreislauf-Erkrankung vorzubeugen. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass bei Verminderung der täglichen Salzaufnahme von zehn auf vier Gramm, der Blutdruck nur so minimal sank, dass dies mit normalen Messgeräten nicht zu erkennen war.

Zu wenig Salz lässt die Stresshormone ansteigen

Das renommierte unabhängige Ärzte-Netzwerk Cochrane Collaboration hegt ebenfalls Zweifel am Zusammenhang zwischen Salzkonsum und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Wissenschaftler weisen darauf hin, dass eine salzarme Ernährung zu einem signifikanten Anstieg der Stresshormone in unserem Körper führt. Dies wiederum erzeugt gesundheitliche Probleme wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Woher stammt der schlechte Ruf des Salzes?

Schuld an dem schlechten Ruf des Salze sind in erster Linie Studien aus den 60er Jahren. Diese Studien basieren auf wissenschaftlichen Untersuchungen, die an den brasilianischen Yanomami-Indianern vorgenommen wurden. Diese essen generell kein Salz und haben einen niedrigen Blutdruck. Die Wissenschaftler führten nun den niedrigen Blutdruck auf den nicht vorhanden Salzkonsum zurück, übersahen dabei aber vollkommen, dass die Yanomamis auch total auf Alkohol und Zucker verzichten. Eine weitere Studie, die das schlechte Image des Salzes begründete, basierte auf durch Salzzufuhr erhöhten Blutdruck bei Ratten. Die Tiere bekamen jedoch eine Salzmenge zugeführt, die auf den Menschen übertragen das 60-fache unseres empfohlenen Salzverbrauches von 7 Gramm am Tag betrug.

Bis heute gelten diese Studien als richtungsweisend und liegen den Empfehlungen des reduzierten Salzkonsums zugrunde.

Bei zirka 30 Prozent der an Bluthochduck leidenden Menschen ist dies auf erhöhten Salzkonsum zurück zu führen. Sollten Sie an Hypertonie leiden, empfiehlt Professor Ingo Füsgen von der Universität Witten/Herdecke: “Messen Sie Ihren Bluthochdruck und lassen dann für zehn Tage das Salz beim Essen weg. Achten Sie dabei auf versteckte Salzfallen wie Fertigpizzen oder Brot. Wenn Sie danach niedrigere Werte haben, reagieren Sie tatsächlich empfindlich. Wenn nicht, brauchen Sie Ihren Salzkonsum nicht einzuschränken.”

Achten Sie beim Salzkonsum vor allem auf die Qualität des Salzes. Mit einem unbehandelten, ohne Rieselhilfe versehenen und nicht gebleichtem, ganzheitlichen Natursalz können Sie nichts falsch machen. Und wenn Sie dann noch auf Alkohol, Nikotin und fettreiches Essen verzichten und sich wenigstens dreimal in der Woche etwas sportlich bewegen, werden Sie Ihre gesundheitlichen Probleme schnell in den Griff bekommen!