Vom richtigen Zeitpunkt im Garten, Teil 2

Gießen und Bewässern: Viele Gartenpflanzen werden heute in regelmäßigen Abständen bewässert, ohne Rücksicht auf natürliche Gegebenheiten. Das macht sie faul und träge, sie wurzeln flach, Dünger wird fortgeschwemmt, die Qualität der Früchte ist leblos – obendrein eine große Wasserverschwendung. Im natürlichen Rhythmus von Regen und Trockenheit dagegen würden Erde und Pflanzen „aufwachen”. Die Pflanze weiß dann, dass jeder Tropfen zählt, holt sich, was sie braucht. Ihre innere Kraft ist eine andere und die ihrer Früchte ebenso. Schauen Sie sich um: In freier Natur wächst, grünt und blüht alles, selbst nach vier Wochen Trockenheit. Die Pflanzen wurzeln dort tief und nützen den Nachttau viel besser. Sie sind weit besser vor Schädlingen und Krankheiten geschützt als verhätschelte Gartenpflanzen. Zimmer- und Balkonpflanzen dagegen brauchen unsere Fürsorge und müssen gegossen werden. Allerdings viel seltener als üblich, am besten im Rhythmus des Mondes, nämlich nur an Blatttagen (Krebs, Skorpion, Fische). Nur an diesen Tagen zu gießen genügt völlig (mit Ausnahme mancher exotischer Pflanzen).

Düngen: Was wird aus einem Kind, das doppelt so viel isst, wie nötig wäre? Sie kennen die Antwort, und sie gilt auch für das Pflanzenreich. Jede Überdüngung verhindert eine normale Wurzelbildung und erzeugt Pflanzen, denen jede innere Lebenskraft fehlt. Mit großem Aufwand müssen diese Schwächlinge gegen die Angriffe von Schädlingen aller Art geschützt werden. Die Düngermengen sollten sich stets nach dem tatsächlichen Bedarf der Pflanze richten, und der ist in der Regel weit geringer, als auf der Packung steht – erst recht, wenn man auf den richtigen Zeitpunkt des Düngens achtet. In der Zeit des abnehmenden Mondes, beginnend mit dem Vollmond, kann die Erde nämlich viel mehr Flüssigkeit aufnehmen als bei zunehmendem Mond. Düngen sollte man also, wenn möglich, bei Vollmond oder bei abnehmendem Mond. Bei zunehmendem Mond zu düngen ist schädlich, es belastet nur das Grundwasser, nach der sauberen Luft unser wertvollstes Gut. Dafür ist nicht nur die Landwirtschaft verantwortlich, sondern jeder, der zu viel und zum falschen Zeitpunkt düngt. Wenn Sie die einfachen Prinzipien des richtigen Zeitpunkts grundsätzlich erfasst haben, ist es nicht mehr schwer, sich einen Jahresplan zu machen. Schreiten Sie gelassen zu Taten: Das Wissen, das Ihre Vorfahren seit Jahrtausenden erprobten und nutzten, wird Sie belohnen. Seine Anwendung kostet nichts, und die Arbeit mit den schönen Pflanzen im Garten oder auf der Fensterbank haben Sie ohnehin. Reservieren Sie doch einfach anfangs eine oder mehrere Beete oder Gefäße und probieren Sie mit diesen Pflanzen die Regeln aus. Ändern Sie an den übrigen Arbeitsabläufen nichts. Und dann hören Sie einfach zu, was diese kleinen Stückchen Erde zu erzählen haben.