Wie viel Jod braucht der Mensch?

Konkret empfiehlt die DGE für Kinder, Jugendliche und Erwachsene täglich 180 bis 200 Mikrogramm (1/1000 Gramm) Jod. Ähnlich sind auch die Empfehlungen der WHO (Weltgesundheitsorganisation): 150 bis 300 µg am Tag.

Wozu braucht der Körper Jod?

Jod ist ein chemische Element und zählt zu den Halogenen. Das Wort Halogen stammt aus dem Griechischen (Hals) und bedeutet Salz, Meer. Wie andere Halogene (zum Beispiel Fluor, Chlor, oder Brom) zählt Jod zu den Salzbildnern, das heißt, wenn es sich mit Metallen verbindet, entstehen Salze. In isolierter Form wirkt Jod hoch toxisch. Für unsere Schilddrüse ist die richtige Menge Jod enorm wichtig, um richtig funktionieren zu können. Die Schilddrüse regelt mit ihrem Hormon den Energieumsatz, beeinflusst Wachstum, Wasserhaushalt und Wärmeregulation, ist aber auch für unser seelisches Befinden und die Regulation des vegetativen Nervensystems mit verantwortlich.

Natürliche Jodaufnahme durch die Nahrung

Wir Menschen sollten den täglichen Jodbedarf in erster Linie aus natürlich belassenen, unraffiniertem Salz – Meersalz oder Kristallsalz – beziehen. Weitere natürliche Jodlieferanten sind Meeresfische, Algen und Wasser.

Die Befürworter der Jodmangeltheorie argumentieren, dass der Mensch durch diese natürlichen Nahrungsmittel zu wenig Jod täglich erhalte. Aus diesem Grund wird den raffinierten Salzen künstlich Jod zugeführt. Über die Nahrungskette nimmt so aber der Mensch eine nicht mehr kontrollierbare Jodmenge auf. Diesen Vorgang bezeichnet man als Zwangsjodierung. Obwohl es eine Deklarationspflicht für Jod gibt, ist die tägliche Jodaufnahme nicht kontrollierbar, da zum Beispiel auch dem Tierfutter Jod beigemengt wird und so Jod auch im Fleisch enthalten sein kann. Diese Tatsache ist für jodempfindliche Menschen untragbar.

Wann ist eine zusätzliche Jodzufuhr sinnvoll?

Patienten, bei denen auf Grund einer Erkrankung die Schilddrüse operativ entfernt oder radioaktiv zerstört wurde, müssen lebenslang Schilddrüsenhormone einnehmen. Das Gleiche gilt bei angeborenem Versagen oder Nichtvorhandensein der Schilddrüse (Kretinismus). Eine alleinige Jodzufuhr ist hier nicht ausreichend.

Bei Kropfbildung oder leichten Unterfunktionen kann eine zusätzliche Jodzufuhr in Form von Jodsalz sinnvoll sein. Andererseits sind aber auch mit der Homöopathie, wenn sie beherrscht wird, hervorragende Erfolge zu erzielen. Dr. Max O. Bruker rät in seinem Buch “Störungen der Schilddrüse” (Emu-Verlag Lahnstein) Jod in homöopathischer Potenzierung zu sich zu nehmen, und zwar nie unter D 12 oder D15. Auch das Schilddrüsenhormon Thyreoidin empfiehlt er in homöopathischer Potenz.

Kristallsalz in seiner ganzheitlichen Form enthält alle Spurenelemente – auch Jod -, wenngleich auch nur in homöopathischen Dosen. Wer einen höheren Jodbedarf hat, kann auf Meersalz zurückgreifen. Meersalz enthält wesentlich mehr Jod als Kristallsalz. Achten Sie aber unbedingt darauf, dass auch das Meersalz natürlich belassen und nicht raffiniert ist. In der Regel ist das Kristallsalz aber vollkommen ausreichend.